Per Olov Enquist

* 23.09.1934 in Hjoggböle
† 25.04.2020
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Angelegt am 27.04.2020
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Gedenkkerze

Sabine

Entzündet am 29.05.2020 um 16:06 Uhr

In deinen Büchern konnte man leben.Danke.

Gedenkkerze

Alfred

Entzündet am 22.05.2020 um 13:35 Uhr

Adjö, Per-Ola! Vi ses.

Gedenkkerze

Brigitte

Entzündet am 27.04.2020 um 19:07 Uhr

Per Olov Enquist

27.04.2020 um 08:50 Uhr von Redaktion

Per Olov „P. O.“ Enquist [pæ?r 'u?l?v 'e?nkvist] (* 23. September 1934 in Hjoggböle, Gemeinde Skellefteå; † 25. April 2020 in Vaxholm) war ein schwedischer Schriftsteller und Journalist.

Leben

27.04.2020 um 08:50 Uhr von Redaktion

Per Olov Enquist war der Sohn von Maja Lindgren (1903–1992) und Elof Enquist (1903–1935). Sein Vater, ein Sozialdemokrat, arbeitete im Sommer als Stauer und im Winter als Holzfäller. Bis zum 16. Lebensjahr wuchs er bei seiner verwitweten Mutter auf. Sie war Dorfschullehrerin, Anhängerin der Volkspartei und gehörte der Pfingstbewegung an. Seinen Roman Lewis Reise widmete der Autor seiner Mutter. Enquist, der in seiner Jugend Hochspringer (Rekordmarke: 1,97 m) war, studierte nach dem Abitur, das er auf einem Internat absolviert hatte, von 1955 bis 1964 Literaturwissenschaften an der Universität Uppsala. Im ersten Studienjahr wohnten Per Olov Enquist und Lars Gustafsson gemeinsam in einer Wohnung zur Untermiete. Das Studium beendete Enquist 1960 mit dem M.A. und 1966 mit einem Lizenziat über den Autor Thorsten Jonsson. Während seines Studiums gehörte Enquist zum Kreis um die schwedische Zeitschrift Rondo.

 

Sein Schreiben begann unter dem Einfluss des französischen Nouveau Roman. Enquist debütierte im Herbst 1961 mit dem Roman Kristallögat. Zuvor heiratete er Margareta, seine Jugendfreundin aus der Gymnasialzeit, in Skellefteå. Dieser ersten Ehe entstammen der Sohn Mats (* 1961) und die Tochter Jenny (* 1968). Von Januar 1970 bis 1971 ermöglichte eine einjährige Förderung des DAAD dem Schriftsteller – gemeinsam mit seiner Familie – einen Studienaufenthalt in West-Berlin.

 

Schon während seines Studiums schrieb Enquist Literaturkritiken – zunächst für die Zeitung Upsala Nya Tidning, von 1963 bis 1966 für das Svenska Dagbladet und dann für die Boulevardzeitung Expressen. Bis 1976 arbeitete er als Kolumnist für Zeitungen und auch als Fernsehmoderator. Als Reporter berichtete er über die Olympischen Sommerspiele 1972 in München und auch über die Geiselnahme von München. Nach seiner Rückkehr schrieb Enquist in der Wohnung seiner Mutter in Bureå das Buch Die Kathedrale in München. Seine Eindrücke der dramatischen Tage fasste er in dem Satz zusammen:

 

„Wenn alles so gut angefangen hatte, wie konnte es so schlimm enden.“

 

Im Dezember 1972 reiste Enquist mit seiner Familie nach Los Angeles und übernahm an der University of California, Los Angeles (UCLA) eine Gastprofessur. 1975 debütierte er mit dem Theaterstück Die Nacht der Tribaden, das in den folgenden Jahren in dreißig Sprachen übersetzt und über dreihundert Mal inszeniert wurde. Weitere Theaterstücke folgten.

 

Im Juni 1978 wurde seine erste Ehe geschieden. Enquist und die Dänin Lone Bastholm – Chefdramaturgin am Königlichen Theater – heirateten im selben Jahr. Von 1978 bis 1993 wohnte der schwedische Autor in Dänemark – außer in den Jahren von 1986 bis 1988: In dieser Zeit lebte das Ehepaar in Paris, wo seine Frau als Kulturattachée an der Dänischen Botschaft tätig war. Während seines Aufenthaltes in Frankreich trat Enquists Alkoholabhängigkeit stärker hervor. Im Jahr 1989 versuchte Per Olov Enquist mehrmals, mit Hilfe verschiedener Therapien vom Alkohol loszukommen; schließlich gelang dem Autor im Februar 1990 ein neuer Anfang als Totalabstinenzler und ein anderes Leben konnte beginnen.

 

Von 1977 an war Per Olov Enquist freier Schriftsteller. Er setzte sich für die gewerkschaftliche Organisation von Schriftstellern ein. Aus dem schwedischen Schriftstellerverband, dessen Vorstandsmitglied er zeitweilig war, trat er nach einer Kontroverse aus. Enquist lebte und arbeitete zuletzt in Stockholm. Er starb im April 2020 nach längerer Krankheit im Alter von 85 Jahren.

 

„Ich glaube, es gibt in allen Menschen einen oft unterschätzten Drang, Künstler zu sein.“

 

– in: Kölnische Rundschau, 7. April 2009, S. 10, „Kultur. Der hellsichtige Satz“

Werk

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